Mit dem Hochsommer beginnt für die die Pilzsaison. Als „Pilzsaison“ wird ein Zeitraum zwischen Juni und Ende Oktober bezeichnet, bei dem in den mittel- und osteuropäischen Wäldern sowie auf extensiv bewirtschafteten Wiesen verschiedene Arten von giftigen sowie genießbaren Ständerpilzen, unter anderem auch sehr wohlschmeckende Speisepilze wachsen, welche man aufsammeln und zu feinen Speisen verarbeiten oder für die spätere Nutzung einlegen bzw. trocknen kann.

Ideales Pilzwetter und die beste Sammelzeit

Pilze benötigen zum Wachsen warmes und leicht feuchtes Wetter. Warmes und wechselhaftes Wetter ist das ideale Pilzewetter. Pilze wachsen nicht, wenn es zu trocken ist. Bereits leichter Frühnebel und kühle Nächte ermöglichen einen guten Wachstumsprozess für die Pilzfrucht. Ist es jedoch verregnet, verfault die Pilzfrucht schnell und die Pilze haben sehr viele Maden. Die beste Tageszeit zum Pilzesuchen ist der frühe Morgen. Dann erreichen Sie einen guten Fund und erleben sagenhafte Sonnenaufgänge und eine herrliche Ruhe.

Den edlen Steinpilz findet man im Süden bereits ab Ende Mai. Steinpilze sind in Mecklenburg-Vorpommern jedoch erst ab Mitte September dafür aber bis Ende Oktober zu finden. In Mecklenburg-Vorpommern wachsen Steinpilze überwiegend in den Buchenwäldern der Mecklenburgischen Seenplatte.

Pfifferlinge und Parasolpilze findet man auch im Norden bereits ab Juni. Steinpilze wachsen in Norddeutschland erst ab dem Spätsommer. Die gängige Pilzsaison startet im Monat August und endet im November. Zu den ersten essbaren Pilzen im Sommer gehört der Bovist, welcher oft als großer weißer Ball auf feuchten Wiesen wahrgenommen wird. Den Bovist Pilz kann man dann in Scheiben schneiden panieren und braten. Bovist ist ziemlich geschmacklos und kommt Geflügelfleisch im Geschmack am nähesten.

Der Wiesenchampignon, der Waldchampignon und der Anischampignon wächst, wenn man Menschen mit Körben und Eimern über Weidewiesen stolpern sieht. Ab Ende August sammeln Pilzfreunde Marone, Herbsttrompete, Schopf-Tintling sowie Steinpilze und Pfifferlinge. Rauchblättriger Schwefelkopf, Hallimasche und Stockschwämmchen bilden in der Pizsaison das Schlusslicht der essbaren Pilze.

Die Vielfalt der essbaren Ständerpilze sowie deren außerordentlich guter Geschmack macht das Suchen von Pilzen aufregend, spannend und wissenswert.

Pilze gehören zu den Blütenlosen Gewächsen (Kryptogame)

Pilze (Fungi), Farne (Psilotopsida), Schachtelhalme (Equisetum), Moose und Flechten (Lichen) gehören zu den Blütenlosen Pflanzen (↑Kryptogame). In der Wissenschaft werden diese Pflanzen unter dem Sammelbegriff Blütenlosen Pflanzen zusammen gefasst. Ein überwiegender Teil der uns bekannten Blütenlosen Pflanzen ist giftig bis sehr giftig. Einige Blütenlose Pflanzen verfügen über verschiedene Arten giftiger Substanzen.

Aus der großen Palette der Blütenlosen Pflanzen sind jedoch einige Pilzarten als Speisepilze geeignet, für den Menschen genießbar und darüber hinaus überaus wohlschmeckend. Den Blütenlosen Pflanzen der Pilze, Farne, Moose und Flechten gehören entwicklungsgeschichtlich die ältesten Pflanzenarten der Erde. Verschiedene Pilzarten werden in der Medizin als ↑Heilmittel eingesetzt. Nur wenigen ist bekannt, das die eigentlich Pflanze eines Pilzes selbst tief im Erdboden lebt. Es fehlt der Pilzpflanze an Blattgrün, so dass sie nicht in der Lage ist energiereiche Nahrungsstoffe aus dem Sonnenlicht aufzubauen.

Wo wachsen Speisepilze in Norddeutschland?

Grundsätzlich wachsen Ständerpilze in waldreichen sandigen Gebieten oder bewirtschafteten Weidewiesen mit einer feucht-milden Witterung. Das bedeutet: Überall wo die letzte Eiszeit zwischen Elbe und Oder große Ablagerungen von Sand hinterließ sind gute Standorte für Pilze entstanden.

Im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern findet man noch am häufigsten essbare Speisepilze. Gründe für das ausgiebige Aufkommen der unterschiedlichsten genießbaren Pilzarten in Mecklenburg und Vorpommern ist die geringe Bevölkerungsdichte, eine besonders große Dichte von Wäldern, ein ausgezeichneter Naturschutz, der Stand der Pflege der Wälder sowie ein gute Feuchtigkeit in Bodennähe.

Pilze sammeln, ernten und verwerten

Wer sich auf den Weg machen möchte um Pilze zu suchen sollte gut vorbereitet sein. Zur Pflichtausstattung eines Pilzsuchers gehört ein leicht zu bedienendes Fernglas, das dazu dient, Pilze z. Beispiel auf einer entfernten Wiese auszumachen. Pilzsucher sollten sich früh am Morgen möglichst einige Stunden nach Sonnenaufgang auf den Weg machen. Pilze enthalten sehr viel Wasser und wachsen sehr schnell. Ein Pilz der Tags zuvor kaum aus dem Boden schaute ist am nächsten Tag bereits erntereif. Erfahrene Pilzsammler kennen ihre Pilzstellen. Damit diese geheimen Pilzstellen nicht von jedermann gefunden werden, sammeln die ehrgeizigen Pilzsammler diese bereits in ganz frühen Morgenstunden ab.

Zu einem Pilzausflug benötigt man ein scharfes kleines Küchenmesser, einige Körbe oder leichte Plastikeimer. Pilze sollten möglichst locker gelagert werden damit das weiche Pilzfleisch nicht beschädigt wird. Wird das Pilzfleisch beschädigt entstehen farbig anmutende feste Druckstellen. Deshalb eignen sich Körbe am Besten. Das kleine Messer benötigt man zum Abschneiden der Pilze. Pilze werden bei der Ernte einige wenige Zentimeter über dem Erdboden durch einem geraden Schnitt vom Stiel abgetrennt. Das herausreißen von Pilzen aus der Erde ist untersagt! Werden Pilze aus dem Boden gerissen, wird das Myzel das Pilzgeflecht örtlich zerstört. Bei größeren Schäden an dem Myzel geht die Pilzstelle langsam verloren. Dieses frevelhafte Verhalten hat dazu geführt, dass in vielen Regionen keine Pilze mehr zu finden sind, was außerordentlich bedauerlich ist.

Pilze sammelt man nicht im Regen oder bei Regenwetter. Da dies auch erfahren Pilzsammler nicht machen, kann man sicher sein, dass Pilze bei Regenwetter eher verfaulen oder von den Maden gefressen werden, als das sie geerntet werden. Wer zum Pilzesammeln in den Wald fährt benötigt eine geschlossene kräftige Bekleidung und festes, möglichst knöchelhohes Schuhwerk.

Als Schuhwerk zum Sammeln von Pilzen eignen sich Gummistiefel jedoch am besten. Knöchelhohes oder kniehohes Schuhwerk schützt oft vor Verstauchungen im Sprunggelenk, wenn man mal über einen Stock stolpert. Das passiert bei der Suche recht häufig, weil sich das Gehirn auf die Farbe der gewünschten Pilze konzentriert und dabei den Weg und das Gelände nur sehr halbherzig beobachtet.

Da von Wäldern und unbelebten Wiesen immer eine gewisse Gefahr ausgeht können festes Schuhwerk, eine entsprechende Bekleidung, ein Mobiltelefon sowie ein kleiner Kompass auch beim Pilzesuchen außerordentlich wichtig werden. Auch sollte man niemals glauben, dass man sich in den heimischen Wäldern nicht verlaufen kann! Selbst erfahrene Wanderer verlaufen sich in heimischen Wäldern. Bei der Suche nach Pilzen konzentriert sich das menschliche Gehirn überwiegend auf Veränderungen am Boden. Besondere Merkmale im näheren Umfeld oder gar Weg und Richtung werden dabei häufig völlig ignoriert. Ist der Korb dann mit Pilzen oder droht gar der Einbruch der Dunkelheit ist man nicht selten überrascht wie viel Zeit man auf der Suche nach Pilzen verbracht hat.

Hat man dann gar den Weg und die Richtung der Pilzwanderung aus den Augen verloren, wird man schnell vor unlösbare Probleme gestellt. In einem solchen Fall hilft ein mobiles Telefon außerordentlich. Hat man sich beim Pilze suchen verirrt sollte man als erstes einen Weg aufsuchen. Diesen Weg geht man immer gerade aus und folgt ihm bis zu seinem Ende. Dabei sollte man beachten, dass man Abzweigungen meidet, wenn der Weg an der Abzweigung nicht größer wird. Hilfe findet man meistens am Ende eines Wegs - nur selten am Anfang.

Ist man nach dem Pilzausflug wieder zuhause angekommen werden die gefundenen Pilze ausgebreitet, sortiert und vorsichtig von Wald - oder Wiesenresten befreit. Gesäubert werden Pilz mit einer weichen Pilzbürste oder etwas ähnlichem. Frische Pilze werden abgebürstet und nicht abgewaschen! Nach dem Abbürsten werden die gesammelten Pilze von den Lammellen unter dem Pilzhut bzw. dem Pilzschirm befreit. Zur weiteren Verwendung werden die Pilze dann in etwa 3 bis 5 Millimeter dicke Scheiben geschnitten.

Wildpilze kann man auf verschiedene Weise zubereiten. Meistens werden die Pilze nach dem Reinigen und dem Entfernen von Lamellen- oder Röhrenschicht - welche Schwermetalle und Gifte Enthalten können - geschmort, gebraten oder auch sauer eingelegt. Beim Verzehr von Wildpilzen sollte auf den Genuss alkoholischer Getränke möglichst verzichten.

Beim Schneiden der Pilze in Scheiben stellt sich häufig heraus, dass ein großer Teil der Pilze von kleinen Löchern und Kanälen durchzogen ist, was darauf hinweist, dass der Pilz von Maden befallen ist. Man kann den Pilz jetzt mit den anderen Pilzabfällen entsorgen oder diesen zum Trocknen verwenden.

Einen von Maden befallenen Pilz kann man noch essen, wenn dieser gebraten oder geschmort wird. Dem Pilzgeschmack stehen die Maden nicht im Wege. Meistens werden von Maden befallene Pilze jedoch entsorgt. Die Pilzreste sollte man dann auch möglichst auf einem Kompost entsorgen.

Weitere Informationen zu Pilzen finden Sie auf killikus.de

Quelle Text: killikus.Reisemagazin